| schandfleck.ch_archiv/2000/nr.1 |
georg
l'homme
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schandfleck-gespräch wie geht's dem militarismus? teil 2 |
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dieser gesprächsrunde um die wehrpflicht, den zivilen wie militärischen
pflichtdienst lud mitte november 1999 georg l'homme (gl), berater in bern.
es diskutieren: ruedi tobler, präsident des friedensrates, daniel (dänu)
costantino, sekretär der berner beratungsstelle, ruedi winet, sekretär
der zürcher beratungsstelle, stefan luzi, engagiert bei der gsoa und
berater in zürich, sowie urs geiser (gigi), einstiger berater und leiter
des "zivildienst ch".
unter den bisher
diskutierten fragen waren: ruedi t - ich
finde auch, es geht um die abschaffung der wehrpflicht. - wobei ich die
befürchtung habe, dass wir nicht zur gsoa- lösung kommen, also
auf dem politischen weg zur abschaffung der armee. ich befürchte,
dass es eine marktwirtschaftliche lösung gibt, nämlich das zahlen
einer professionellen armee, wo sich karrieretypen überhaupt nicht
darum kümmern müssen. dänu -
ich meine eben beides: die armee muss weg und die wehrpflicht. ich will
nicht eine profiarmee, damit ich aus dem schneider bin. gigi - es kommt
jetzt darauf an, ob du wünsche in den raum stellst, oder ob wir realpolitisch
diskutieren. ruedi t - die
wahrscheinlichkeit, dass wir uns mit unseren politischen postulaten durchsetzen,
ist bedeutend geringer, als dass sich real die marktwirtschaftliche lösung
durchsetzt, die ich dann auch nicht besser finde. - von dort her finde
ich auch, ist es legitim, dass jeder auf seinem weg versucht, sich dem
zwang zur wehrpflicht zu entziehen. das finde ich als grundsatz ganz klar.
aber gesellschaftlich gesehen will ich diese entwicklung nicht, dass man
einfach für gewisse sachen zahlt und es machen lässt... und
da müssen wir politisch aufpassen, dass wir denen nicht in die hände
spielen! ruedi w - die
leute, die zum psychiater gehn, wollen genau so ein modell, weil sie auf
karriere erpicht sind, einem grossen teil unserer klienten wäre dieses
modell eigentlich am liebsten. dänu -
ja einfach weil sie aus dem schneider wären, das heisst noch nicht,
dass sie finden... ich weiss nicht, wie pazifistisch die wären... ruedi t - das
ist denen schlicht wurst! dänu -
ob der krieg etwas gescheites wäre, das wäre die andere frage.
- das wäre mir vielleicht auch so gegangen mit 19 jahren, wenn da
nicht eine wehrpflicht gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht
foutiert um die ganzen fragen. aber da ist ein teil, das beobachte ich
auch, denen wär's so wohl, und mir wär das fürs erste vielleicht
auch wohler gewesen. aber fürs zweite, wenn du siehst, worin du lebst,
in was für einer gesellschaft, was für mechanismen da spielen,
dann sicher nicht! eine armee muss eh weg. nur ist für mich eine
armee nicht etwas ausgelagertes, das hat so viel, das ist fast ein symbol
der gesamtgesellschaft. der militarismus greift noch auf anderes, der
hat auch zu tun mit hierarchien und mit leuten einteilen auf grund ihrer
geburt und männer da und frauen da und so. das passt mir alles nicht.
- aber es ist wahr, das ist keine realpolitische ebene, das kann ich gar
nicht so durchgeben. ruedi t - wobei,
die sind auch zu modernisierung fähig. die sind durchaus in der lage,
frauen in eine profiarmee zu integrieren. das muss nicht mehr ein reiner
männerclub sein. gigi - ich
möchte nochmals auf den militarismus zurückkommen. es ist ja
schon für mich schmerzhaft genug, bei mir selber solche züge
plötzlich zu entdecken. dass ich so reagiere aus einer wut heraus
(befürwortet die nato-intervention), dass ich feststellen muss, der
mensch ist grundsätzlich nicht ein anderer. - ich habe seinerzeit
den lieben militärrichtern eine offene und ehrliche antwort gegeben,
als sie wissen wollten, was ich im 2. weltkrieg gemacht hätte. "ich
weiss nicht, ich hätte mich dann entschieden." und irgendwie
ist das ganze halt mit jugoslawien auf mich zurückgekommen. und jetzt
muss ich sagen: "hoppla! was ich bisher gedacht habe, so stimmt es
nicht mehr." irgendwo bin ich auch in dem chor gewesen, natürlich
nicht aus kriegsbegeisterung, sondern weil ich es noch viel schlimmer
finden würde, wenn man als lehre aus dem ganzen ziehen müsste,
ausrottung von ganzen etnien und minderheiten lohnt sich. das war für
mich die alternative, und einfach der verzweiflungsgriff zum kleineren
übel. aber das hindert mich überhaupt nicht, eure projekte sehr
zu begrüssen und zu finden, man müsse mit zivilen mitteln mehr
und mehr konflikte lösen und und und. es scheint mir einfach manchmal,
die zeit sei im globalen rahmen noch nicht so reif. aber wir müssen
davon profitieren, dass wir hier möglichkeiten und spielraum haben!
- ich möchte einfach aufhören mit der grundsatzdebatte oder
mit dem behaupten: armee ist per se sinnlos! dänu -
nein, die armee ist nicht sinnlos. sie hat sehr viel sinn, aber einen
schlechten! stefan - so
einen passus haben wir sogar in der gsoa-initiative drin, dass wir uns
vorstellen könnten, dass ein militärischer friedensfördernder
einsatz unter umständen sinn machen kann. von der linie des radikalpazifismus
sind auch wir weg. wir möchten dort das schwergewicht legen, wo die
schweiz möglichkeiten hat, um auch als schweiz etwas zu machen. heisst
das einfach, in einem europa mitmachen, wo es eh schon ein überangebot
an "friedensfördernden" truppen gibt, die nicht in einem
sinn, wie wir ihn vertreten könnten, eingesetzt werden, wie in einem
natokrieg, in einem kfor-krieg. welches sind die möglichkeiten der
schweiz, die auf tatsächliche notwendigkeiten zielen können,
dort möchten wir einfach das schwergewicht auf den zivilen teil verschieben.
das ist im prinzip auch eine innenpolitische frage, wie bringt sich die
schweiz ein in ein internationales staatensystem. einfach dort die option
"militärische intervention" offen lassen, allerdings nicht
in dem rahmen, wie er jetzt gegeben ist. auch eine uno funktioniert nicht
so, dass wir im moment sagen könnten, militärische operationen
der uno sind a priori unterstützenswert, gar nicht. wir dänu -
ich weiss nicht, wie ich in eine situation kommen könnte, einen armeeeinsatz,
also einen kriegseinsatz als vertretbar anzuschauen. ich möchte nicht
einfach irgendwie funktionieren, und irgendwie funktionieren diese armeen
alle gleich. da werden leute in einem interesse, das nicht das der menschlichkeit
sein kann, zu irgendwas abgerichtet. klar gibts dann irgendwelche schlimmen
leute, diktatoren, die etwas beginnen. das ist aber systemimmanent, das
wird es immer geben, solange die armeen da sind, das waffengeschäft
läuft, die bomben herumliegen und die politischen machtinteressen
da sind, wird es das geben, hat man keinen frieden auf der welt, das ist
höchstens partieller waffenstillstand. auch unsere sogennante "absicherung"
mit einer "reinen selbstverteidigungsarmee" dient nicht dem
frieden. ruedi w - gigi,
ich bin mit dir da auch nicht einverstanden. ich habe auch mühe,
die armee zu begrüssen, es zeigt eher die hilflosigkeit der linken
als was-können-wir-sonst-tun-? im endeffekt, gelöst hat sich
überhaupt nichts! im gegenteil, man kann nicht sagen, der völkermord
sei deswegen beendet worden, er hat sich jetzt zusätzlich in eine
andere richtung gewandt. es geht hin und her, aber es geht weiter, trotz
diesen interventionen. klar, man fühlt sich hilflos in solchen situationen,
kann nichts direkt tun, also sagt man, sollen die was tun, die halt was
tun können, und das ist schon die armee. mit gewalt kann man immer
etwas machen! ob es etwas löst, ist eine andere frage. stefan - ich
möchte das durchaus auch als selbstkritik anbringen, an uns und an
verschiedene friedensorganisationen. wir haben es bisher noch nicht geschafft,
der bevölkerung zu zeigen, dass so eine chirurgische operation mal
sicher keine chirurgische operation ist. was es wirklich bedeutet, den
fernseher einzuschalten und die kriegsbilder anzuschauen.. wir sollten
sagen, dass so ein frieden eigentlich nicht mehr ist als ein nichtkrieg,
aber von einem wirklichen frieden noch meilenweit entfernt ist. wie können
wir uns vorstellen, den frieden zu erreichen? oder was verstehen wir unter
einem zustand des friedens, und wie möchten wir unsere anstrengungen
in die wege leiten? das haben wir irgendwie verpasst, dort fehlen uns
natürlich auch die ressourcen und möglichkeiten, um an die leute
heranzukommen. das sind meine bedenken, dass wir es dort nicht schaffen,
der offizeillen propaganda etwas entgegenzuhalten und auch in zukunft
schwer haben werden. ruedi t - wenn
wir nur eine offizielle propaganda hätten, die uns als hindernis
entgegensteht, wärs wahrscheinlich noch einfach. ich denke, das hauptproblem,
das wir haben, ist wirklich die totale konsumgesellschaft. wo der grossteil
der leute sich um all die fragen einen scheissdreck kümmert. - dort
sehe ich wirklich die chance des zfd. dänu -
wenn man die leute persönlich abholen kann, da sehe ich möglichkeiten.
da bewegst du etwas wesentliches... es ist ja auch so mit der konsummentalität:
man kriegt ja die wünsche nicht mehr in den griff. wenn man da etwas
anpacken kann, das fände ich auch gut. ich denke nicht, dass ein
mensch so programmiert ist, dass er einfach alles haben will, weil dann
seine genussfähigkeit nirgends mehr ist, wenn er dauernd konsumiert. stefan - dorthin
gehen auch unsere überlegungen. deshalb möchten wir diese grundausbildung
im zfd auch kostenlos anbieten, dass wirklich jede in der schweiz wohnhafte
person die möglichkeit hätte zur grundausbildung - es geht nicht
nur um konfliktlösung, sondern auch um zusammenhänge wie migration
oder alltägliche konfliktmediation - und auf öffentlicher seite
anstrengungen fordern, beispielsweise von den schulen. ruedi w - wieviele
leute erwartet ihr denn, die den gratiskurs in anspruch nehmen? ich denke,
es werden relativ wenige sein. in der konsummentalität bedeutet,
wenn etwas gratis ist, dann kann es erst recht nichts anständiges
sein. stefan - um
die zahl der teilnehmenden zu steigern, können wir uns lediglich
anstrengen, damit möglichst viele leute angesprochen werden und wenigstens
von der möglichkeit erfahren. ein ziviler friedensdiesnt unter zwang
ist schon in der überlegung paradox. wir müssen einfach die
möglichkeiten, die wir haben, so optimieren, dass die leute wirklich
erfahren, um was es geht im zfd, und nachher wirklich zeigen, was wichtig
ist, alternativen in der konfliktbewältigung zeigen. dem in der öffentlichkeit
mehr gewicht zu geben, ist unsere hauptanstrengung. wie wir die leute
konkret rekrutieren wollen, ich glaube, da gibt es wirklich keinen anderen
weg, als die zivile konfliktbearbeitung soviel wie möglich zum tema
zu machen. ruedi t - also
grundsätzlich habe ich sehr starke anarchistische tendenzen in meinem
denken, und ich bin eigentlich für eine gesellschaft ohne zwang,
für die abschaffung der wehrpflicht und all dieser zwänge. aber
wenn ich jetzt unsere konkrete gesellschaft, in der wir leben, betrachte
... und wenn wir alle zwänge entfernen, dann bleibt am schluss nur
noch der zwang, der terror der konsumgesellschaft. und den finde ich auch
nicht besser. insofern gibt es in dieser gesellschaft - nicht grundsätzlich!
- ein minimum an zwang, den ich auch ausüben möchte, beispielsweise
schulpflicht. ich wäre gegen die abschaffung der schulpflicht, obwohl
ich finde, es sollte sie nicht brauchen in einer menschlichen gesellschaft.
und insofern frage ich mich auch, ist nicht ein gewisser zwang, sich mindestens
eine zeit lang aus den reinen konsumzusammenhängen hinauszubewegen
und ein minimum an zfd zu machen, auch eine chance, dass die leute aus
dem zeug herauskommen...? dänu -
aber da sind nicht nur 24 stunden konsum, sondern auch 9 stunden arbeit,
das ist ein harter zwang. der zwang zum konsumieren ist auch eine kompensationssache.
die leute haben auch pflichten, zwänge, die nicht sein müssten,
und um sich davon sogenannt zu erholen... es ist beides, es sind nicht
nur hallodris, die machen ihre sachen schon auch. gigi - ich
sehe grundsätzlich keinen gegensatz zwischen staatlich verordnetem
zivildienst, so wie wir ihn jetzt haben, und einem freiwilligen dienst,
wie ihr wollt. das könnte! das kann aber auch nebeneinander stehen,
man kann schon das eine und andere ersetzen. stefan - solange
es den zivildienst gibt, soll das engagement im zfd angerechnet werden. gl - dann wird
der zfd zu einem einsatzbetrieb wie viele andere auch. stefan - der
zfd soll nicht die konkurrenz sein zum zivildienst. und wie du, gigi,
gesagt hast, können sie auch parallel laufen. es sind einfach andere
fragestellungen, die bei uns im zentrum stehen. wie gesagt, kann auch
der zivildienst als friedensdienst verstanden werden, der auf die eine
oder andere art der gesellschaft zu gute kommt. es sind einfach andere
richtungen, in die wir mit dem zfd gehen wollen, eben konfliktlösung,
menschenrechtspolitik, frauen- wie kinderspezifische fragestellungen,
im inland und neu auch im ausland. (pause) dänu -
ich weiss nicht, wie abstrakt das ist. ich denke, durch das, was ich lebe,
oder erzähle... ich kann mir nicht vorstellen, wie man die gesellschaft
friedlicher machen kann, ausser mit der frage verbunden: "wie kann
ich mich engagieren oder wehren?" - wenn andere denken: "ja,
die jungen sollen doch!" das geht dann in den erziehungsbereich,
mit dem habe ich nichts zu tun. - ich weiss nicht, ob man mit teoretischen
konzepten jemanden erreichen kann, aber wenn man etwas handfestes bieten
kann, da wird es immer leute geben, die das interessiert. stefan - wir
möchten ja nicht nur teoretische ausbildung bieten. das bewusstsein
und das engagement daraus gehen ineinander über, wir möchten
einfach in dieser grundausbildung v.a. das bewusstsein in den vordergrund
stellen. nachher in der speziellen weiterbildung und in der vorbereitung
für die einsätze, im rahmen des zfd sollen ja v.a. einsätze
zum tragen kommen im in- und ausland, dort möchten wir aus dem bewusstsein,
das wir versuchen zu fördern, konkrete projekte machen lassen. solche
projekte gibt es schon, da sind einige organisationen, z.b. peace brigades
international, die wahlen beobachten. es geht mehr darum, dass viel mehr
menschen überhaupt kenntnis haben, was die machen, warum die es machen
und dass die finanzierung und ausbildung von einer viel breiteren öffentlichkeit
getragen wird. gl - dann ist
der zfd auch als mittel zu brauchen - jetzt abgesehen von den praktischen
friedensfördernden einsätzen - die bewusstseinsveränderung
zu beschleunigen und dann vielleicht in 10 jahren das militär abschaffen
zu können. die personen haben jenes noch erfahren und erlebt, wurden
so "nacherzogen". stefan - das
bewusstsein, dass konflikte nicht einfach militärisch gelöst
werden müssen oder militärisch sehr sehr schwer gelöst
werden können, das ist natürlich etwas, das unsere zweite forderung
ergänzt, nach einer abschaffung der armee. das argument, dass eine
armee sowieso unnütz im inland ist und im ausland auch kein taugliches
mittel sein kann, unterstützt das natürlich klar. (pause) ruedi t - wir
müssen in diesen fragen aufpassen, dass wir nicht von der entwicklung
überrollt werden. es läuft im moment an den schulen eine ganz
breite kampagne gegen gewalt. initiant dieser kampagne ist nicht eine
friedensorganisation, sondern die polizeidirektorenkonferenz. gewaltproblematik
in unserer gesellschaft ist heute so akut, dass die sehen, es reicht nicht
einfach, zu strafen und weiss nicht was, sondern man muss tatsächlich
bei der prävention ansetzen. ruedi w - aber
auch beim bild von gewalt in der gesellschaft. ruedi t - ja
das hat sich auch verändert. ich denke, da sind sich tatsächlich
sachen am verschieben, die möglichkeiten der zusammenarbeit mit kreisen,
die vor 30 jahren schlicht undenkbar waren, und die man sich heute ernsthaft
überlegen muss. ich gehe davon aus, die kampagne, die jetzt an den
schulen läuft, ist nicht das gelbe vom ei. aber wir müssen heute
nicht mehr darum streiten, man müsse etwas gegen gewalt tun, sondern
man kann mit ihnen streiten, wie man das sinnvoll macht. ruedi w - mir
scheint das nicht einmal so schlecht. ich war mal an so einer veranstaltung,
die für eltern organisiert wurde. nicht die polizei war dort das
problem, sondern die bevölkerung, die eltern. die sind viel schlimmer,
die haben ein bild von gewalt in sich drin, also ausländer machen
v.a. gewalt. die polizei war stark mässigend und konnte das relativieren,
ist bei denen leider nicht durchgedrungen. in breiten bevölkerungsschichten
herrscht eine latente ausländerfeindlichkeit und gewalthaltung gegen
ausländer. gl - dies ist
eben das, was sehr lange dauert, dass du dieses bewusstsein oder diese
entwicklung hinkriegst. besonders wenn von den eltern nicht nur latenter
hass und gewalt vermittelt wird, sondern es bereits ausgelebt wird. ruedi w - früher
haben schüler gesagt, das schönste wäre frieden auf der
welt. jetzt ist das grösste ziel, einen teil dieser welt auf den
mond zu schiessen. stefan - ich
kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der sieht, wie militärs versuchen
ihre konzepte von frieden hinzuwursteln und was da herauskommt, dass da
ein kind auf die absurde idee kommen könnte, dies sei nun frieden. gl - eben doch.
wie es in den medien erschien: es war krieg, die nato kam und warf bomben,
dann wurde es frieden, jetzt ist es ruhig, und es ist "gut".
du hörst nichts mehr, also nichts schlimmes mehr von dieser region.
ich denke, das ist es, was schlussendlich geblieben ist. - und nicht,
ob es schrecklicher ist als zuvor, oder ob nun andere leiden. ruedi w - also
ich erlebe auch die gewalttätigkeiten in der schweiz selber. es ist
tatsächlich so, dass leute aus diesem kulturkreis echt mühe
haben, sich in der schweiz anzupassen. sie haben auch selber nur gelernt,
mit gewalt gegeneinander umzugehen, und kommen hierher, und es schlägt
ihnen diese aggressive haltung entgegen. auch auf dem pausenplatz gehen
sie so um, nicht alle, aber zu einem rechten teil. da sehen die schüler,
die eltern keinen anderen weg, als genaugleich zurückzuschlagen. gl - das kommt
aus der ohnmächtigkeit heraus. was noch als handlungsspielraum bleibt,
ist das bereits bekannte. nach dem schlag ist es wenigstens ruhig für
eine zeit. ruedi w -genau!
das ist die genau gleiche reaktion! stefan - dass man in dem punkt nur 1% von dem, was das militär im moment pro jahr ausgibt, aufwenden würde, um genau in dieser frage eine alternative zu suchen und aufzuzeigen! unsere rechnungen laufen so auf etwa 80 millionen pro jahr. ich danke euch allen herzlich für die angeregte und anregende diskussion! |
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